Makuladegeneration – IVOM-Injektionenanzahlen in Deutschland zu niedrig!

Holger Reuss AMD, AMD & DMÖ, Makuladegeneration, Veranstaltungs-Nachrichten

Foto von Arabella-Sheraton-Hotel

Im Oktober-Wochenende (20.Oktober 2018) fand in den Konferenzräumen des Arabella-Sheraton-Hotels München eine Fachtagung (Eyecademy) für auf Netzhaut spezialisierte Augenärzte statt.

Der Schwerpunkt lag bei den aktuellen Behandlungsmöglichkeiten für diabetisches Maculaödem ( DMÖ) und feuchte altersbedingte Maculadegeneration (AMD).

Im Mittelpunkt stand die IVOM-Therapie; hierbei handelt es sich um die Gabe von speziellen Medikamenten ins Auge, die das Fortschreiten von Gefäß- und Gewebe-Neubildungen bremsen (VEGF-Hemmer), welche für die Entstehung der Feuchtigkeit (Ödem) bei diesen beiden Erkrankungen verantwortlich sind.

Führende Netzhautspezialisten - mehrheitlich aus dem Münchner Raum - betonten, dass Ergebnisse aus verschiedenen europäischen Studien ergeben hätten, dass in Deutschland noch immer zu wenig Injektionen gegeben würden. Z.T. würde der Start der Spritzenbehandlung zu spät erfolgen - im Vergleich mit anderen europäischen Ländern und mit den internationalen Studien, bei welchen natürlich optimale Verhältnisse herrschen.

Einig war man sich unter den Experten darüber, dass bei den Krankheitsbildern von DMÖ und feuchter AMD die Gabe dieser speziellen IVOM-Medikamente weiterhin die Therapie der Wahl ist.
Nach gezielter Diagnostik und Beurteilung aller Faktoren muss das Medikament und auch die Häufigkeit der Gabe in das Auge bestimmt werden.

Da es sich hier um eine chronische Erkrankung handelt, sind nach den ersten 3 bis 4 Spritzen in Abstand von jeweils 4 Wochen jeweils erneute Untersuchungen notwendig, um herauszufinden, ob die erwartete Wirkung schon in ausreichender Weise eingetreten ist. Danach wird dann der Zeitpunkt für die nächste Spritze festgelegt.  Wenn die Patienten (erkrankten AMD und DMÖ Personen) die Kontroll- und Spritzen-Termine gut einhalten, ist die Chance für den Erhalt der Sehschärfe sehr gut!

Eine gute Nachricht für AMD/DMÖ-Erkrankte ist, dass es ein neues Injektions-Medikament in der Erprobung (Vorstudien) ist, welches ähnlich intensiv wirkt wie die auf dem Markt befindlichen Präparate, aber etwas länger wirksam sein soll. Vor Mitte nächsten Jahres sind keine endgültigen Aussagen zu erwarten.

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