Glossar

An dieser Stelle unserer Webseite möchten wir Ihnen einige für Sie wichtige und hoffentlich interessante Fachbegriffe erläutern oder aber interessante Details zu verschiedenen Gebieten – und auch Randgebieten der Augenheilkunde darstellen. Wir freuen uns, wenn diese Idee Ihre Zustimmung findet und sind für Anregungen und auch für Kritik von Ihrer Seite sehr dankbar. Denn nur so kann aus unserer Webseite ein interaktives Medium werden, welches allen Beteiligten Freude bereitet und Informationen bringt.

A wie

Akkommodation ist die Fähigkeit zur Änderung der optischen Brechkraft der körpereigenen Augenlinse des Auges. Der Zweck dieser Funktion ist, den Lichtweg im Auge so zu ändern, dass Gegenstände unterschiedlicher Entfernung in der Netzhautebene scharf abgebildet werden. Aufgrund dieser Fähigkeit ist der Mensch in der Jungend und bis über das vierzigste Lebensjahr hinaus in der Lage, ohne Brille oder mit einer geeigneten Fernbrille in der Nähe und in der Ferne scharf zu sehen. Durch Volumenzunahme und Alterung der Augenlinse ist deren Beweglichkeit ab Mitte der vierziger Jahre nicht mehr gegeben und wir brauchen dann eine Lesebrille.
Als Anamnese bezeichnet man ein Patientengespräch, bei dem die jeweilige Krankengeschichte erfragt wird.
Das Auge (lat. Oculus) ist das Sehorgan von Mensch und Tier. Der adäquate Reiz für dieses Sinnesorgan ist beim Menschen elektromagnetischen Strahlung mit einer Wellenlänge von etwa 350 nm bis etwa 750 nm. Im Auge erzeugt der empfangene Reiz eine Änderung der Erregung in den ableitenden Nervenbahnen. Das Auge steht am Anfang der Sehbahn, die im Gehirn diese Erregungsänderung zum visuellen Cortex weiterleitet. Dort und in anderen übergeordneten Zentren werden die vom Auge stammenden Erregungsmuster schließlich zur Empfindung von Licht und Farbe verarbeitet.

 

Grafische Darstellung: Das Auge , Quelle: wikipedia.org

Grafische Darstellung: Das Auge , Quelle: wikipedia.org

Während beispielsweise an den Lidern oder in den, das Auge umgebenden Geweben eine ganze Reihe gut- und bösartiger Tumore entstehen können, sind Krebsarten mit Tumoren im Auge selbst glücklicherweise äußerst selten. Krebserkrankungen am Auge gehen meist auf Metastasen (Tochtergeschwülste) von Tumoren in Brust, Lunge oder Darm zurück. Unter den Krebsarten, die primär im Auge entstehen, sind besonders zwei von Bedeutung: das Retinoblastom bei Kindern und das Melanom bei Erwachsenen.

B wie

Die Bindehaut ist eine Schleimhaut auf der Oberfläche des Auges. Nur die Hornhaut, das so genannte „Fenster“ des Auges wird davon ausgespart. Die Bindehaut wird nicht nur beim Augenarzt (Entzündungen, trockenes Auge u.s.w.) betrachtet, sondern auch bei jeder klinischen Allgemeinuntersuchung. Da sie recht dünn, gut durchblutet und unpigmentiert ist, lassen sich Veränderungen gut erfassen. So tritt z.B. eine Gelbfärbung bei Ikterus (Gelbsucht), eine weiß-porzellanfarbene bei Anämie (Blutarmut) oder Schock auf.
Als blinder Fleck wird die Stelle am Augenhintergrund bezeichnet, an der der Sehnerv (Nervus opticus) aus dem Auge austritt. An dieser Stelle befinden sich folglich keine Lichtrezeptoren, der Fleck ist also wirklich blind. Dass wir in unserer visuellen Wahrnehmung keinen blinden Fleck „im Bild“ haben, liegt am Ergänzungseffekt. Das visuelle System verwendet Informationen, die die Rezeptoren in der Umgebung des blinden Fleckes liefern, um das visuelle Bild zu ergänzen.
Eine manchmal recht schmerzhafte Rötung, oft mit Schwellung der Augenlider bezeichnet man als akute Augenlidentzündung. Diese kann durch Bakterien (z.B. bei Gerstenkorn/Hagelkorn), Viren (z.B. Herpesviren bei Herpes Zoster/“Gürtelrose“) oder durch Allergie (z.B. Kontaktekzem, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Pollen) verursacht werden. Bei der chronischen Lidrandentzündung sind zumeist Bakterien (Staphylokokken) die Verursacher der über Wochen und Monate geröteten Lidkanten.

E wie

Als Echographie bezeichnet man eine Ultraschalluntersuchung. Diese kann mit Hilfe spezieller Schallköpfen und entsprechender Schallfrequenz (8 bzw. 10 MHZ) für die Augen und die Augenhöhle (Orbita) zu diagnostische Zwecken verwandt werden.
Der Begriff „Evidenz-basierte Medizin“ (EBM) ist der gewissenhafte, ausdrückliche und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen in der medizinischen Versorgung individueller Patienten. Wobei Evidenz im Sinne einer empirischen Beweisbarkeit zu verstehen ist. EBM will Fachwissen und Erfahrung kombinieren.

G wie

Das Glaukom (griech.), auch Grüner Star genannt, bezeichnet eine Gruppe von Augenkrankheiten, bei denen als Folge eines Missverhältnisses von Augeninnendruck und Durchblutung des Sehnervs deutliche Schädigungen des Sehnervskopfes, Gesichtsfeldausfälle (Skotome) und im Extremfall eine Erblindung des Auges entstehen können.

Nach anatomischen Kriterien lassen sich Offenwinkel- und Engwinkel-Glaukome unterscheiden. Diese Bezeichnungen beziehen sich auf den Winkel zwischen Hornhautrückfläche und Irisvorderfläche. Im so genannten Kammerwinkel befindet sich das Trabekelwerk, durch das das Kammerwasser das Auge verläßt.

Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) regelt die Abrechnung medizinischer Leistungen bei Privatpatienten, d.h. Patienten, die bei einer privaten Krankenkasse versichert sind.

I wie

Die Iris (alt griech. Regenbogen) – auch Regenbogenhaut genannt – ist die durch Pigmente gefärbte Blende des Auges und liegt als vorderer Bestandteil der zweiten Gewebsschicht des Auges (Uvea) am Übergang von der Hornhaut zur Sklera. Die Iris reguliert den Lichteinfall in das Auge (Adaptation). Die zumeist sehr schmerzhafte Entzündung der Regenbogenhaut ist die so genannte Iritis.

K wie

Die Katarakt (v. griechisch „Wasserfall“) oder auch Grauer Star genannt, bezeichnet eine Trübung der Augenlinse. Betrachtet man Menschen, die an einer fortgeschrittenen Katarakt erkrankt sind, kann man die graue Färbung hinter der Pupille erkennen bzw. bei „reifem“ Star eine weißliche Verfärbung. Diese hat die alten Griechen an einen Wasserfall erinnert. Bei den heutigen, sehr schonenden mikrochirurgischen Operationsverfahren wartet man nicht mehr, bis der Star „reif“ ist.
Das Kammerwasser (Humor aquosus) ist eine klare Körperflüssigkeit in der vorderen und hinteren Augenkammer.
Kontaktlinsen sind Kunststofflinsen, die direkt auf der Tränenflüssigkeit des Auges schwimmen. Es gibt sie als weiche und als formstabile Ausführungen. Die Kontaktlinse muss mit dem Tränenfilm und der Hornhaut harmonisieren. Dazu muss der Kontaktlinsenspezialist die Hornhautradien, die Zusammensetzung und die Menge des Tränenfilms ermitteln. Augen, die zur Trockenheit neigen, reagieren auf manche Kontaktlinsenmaterialien empfindlich. Es ist wichtig zu wissen, dass eine optimale und langfristige Verträglichkeit von Kontaktlinsen nur durch eine genaue individuelle Anpassung erreicht wird.

L wie

Das Augenlid (lat. palpebra, griech. blepharon) ist eine dünne, aus Muskeln und Haut bestehende Falte, die ein Auge bedeckt. Das Lid verteilt bei jedem Lidschlag Tränenflüssigkeit. Es reinigt dabei die Hornhaut und benetzt sie, damit diese sauber bleibt. Zusätzlich schützt das geschlossene Lid das Auge vor mechanischen Einflüssen (Lidschlussreflex). Es gibt ein oberes (Palpebra superior) und ein unteres Augenlid (Palpebra inferior). Zwischen beiden befindet sich die Lidspalte (Rima palpebrarum). Beide Augenlider stoßen an den Seiten im Lidwinkel (Angulus oculi oder Canthus) zusammen. Die Augenlider sind auf der Innenseite von der Bindehaut (Konjunktiva) überzogen.
Eine akute Entzündung der Augenlider (verbunden mit Rötung, Schwellung, Erwärmung, Schmerz) kann durch Bakterien (z.B. bei Gerstenkorn/Hagelkorn), Viren (z.B. Herpes Zoster/“Gürtelrose“) oder durch Allergie (z.B. Kontaktekzem, Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln, Pollen) verursacht werden.

M wie

Die Macula, der sog. „gelbe Fleck“ ist der Bereich der menschlichen Netzhaut, der die größte Dichte von Sehzellen (Stäbchen- und Zapfenzellen) aufweist. Er befindet sich in der Mitte der Netzhaut (Retina) und hat einen Durchmesser von etwa 5 mm. Die Sehzellen des gelben Flecks sind hauptsächlich die für die Farbwahrnehmung verantwortlichen Zapfen.
Ein Melanom des Auges entsteht genau wie ein Hautmelanom aus den pigmenthaltigen Zellen (Melanozyten). Innerhalb des Auges gibt es drei Stellen, an denen sich ein Melanom bilden kann: in der Aderhaut, am Ziliarkörper und in der Regenbogenhaut (Iris). Aderhautmelanome sind mit 80 % die häufigsten. Die Symptome sind dabei Sehunschärfe, Gesichtsfeldausfälle, „fliegende Mücken“. Diese Tumoren können aber auch lange Zeit völlig unbemerkt bleiben.
Beim Morbus Basedow, oder auch Basedow´sche Krankheit genannt, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die im Allgemeinen eine Vergrößerung (Kropf) und Überfunktion der Schilddrüse zur Folge hat. Die vom Körper gegen das Schilddrüsengewebe gebildeten Antikörper binden an den Rezeptor für Thyreotropin (TSH), ein Hormon welches von der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) zur Stimulierung und somit zur Regelung der Schilddrüsenfunktion gebildet wird. Die bei Morbus Basedow sehr häufig vorkommende Augenerkrankung äußert sich in folgenden Symptomen: Hervortreten der Augen, Ungenügender Lidschluss, Trockenheit, erhöhte Lichtempfindlichkeit, Druck- und Fremdkörpergefühl, Rötung, Vermehrtes Auftreten von Bindehautentzündungen, Brennen und Tränen der Augen, Sehen von Doppelbildern.
Bei Mouches volantes erscheinen kleine dunkle Flecken im Gesichtsfeld. Diese kommen durch verdichtetes Material in dem ansonsten völlig klaren Glaskörper zustande. Sie geben nur selten Anlass zur Besorgnis. Treten sie allerdings gehäuft und mit Blitzen auf, sollte man sich sofort untersuchen lassen, da ein Netzhautriss bzw. eine Glaskörper- oder Netzhautablösung vorliegen könnte!

N wie

Die Netzhaut oder Retina (lateinisch rete = Netz) ist eine Schicht von spezialisiertem Nervengewebe an der hinteren Innenseite des Auges. Die Netzhaut liegt auf der Aderhaut (Choroidea) auf, welche die Netzhaut mit Nährstoffen versorgt. Die Netzhaut wird vom Glaskörper (Corpus vitreum) nach innen begrenzt. Direkt und fest verbunden mit der mittleren Augenhaut ist die Netzhaut nur in einer ringförmigen Region im Irisbereich und an der Eintrittsstelle des Sehnervs (Papille). Deshalb ist eine Netzhautablösung meist nur kurzzeitig lokal begrenzt und kann unbehandelt rasch die gesamte Netzhautfläche erfassen.

O wie

Als Ophthalmologie bezeichnet man die Augenheilkunde. Die Ophthalmologen sind die Augenärzte.
Als Orbita bezeichnet man die knöcherne Augenhöhle. Diese enthält neben dem Auge (Bulbus) die Augenmuskeln, Nerven, Gefäße, den Sehnerven und das umgebende Fettgewebe.

P wie

Die Perimetrie ist eine Vermessung des Gesichtsfeldes. Diese Untersuchung läuft zumeist automatisch ab und wird für beide Augen getrennt durchgeführt. Wichtig ist dabei, Ausfälle im Gesichtsfeld auszuschließen, insbesondere bei Grünem Star (Glaukom) und bei Tumoren im Kopfbereich, die auf den Sehnerv, die Sehstrahlung und /oder das Sehzentrum im Gehirn drücken.
Als Pachymetrie bezeichnet man die Dickenmessung der Hornhaut.
Fällt die Akkommodationsbreite mit zunehmendem Alter unter etwa 3 Dioptrien (die Zeitung muss zum Lesen mit Fernbrille in über 35 cm Abstand gehalten werden) spricht man von einer Presbyopie oder auch Alters(weit)sichtigkeit. Eine einfache Lesebrille, eine Bifokalbrille oder Gleitsichtbrillen können die Presbyopie erfolgreich ausgleichen.

S wie

Ein relativ weit verbreitetes Augenleiden ist das sog. „Trockene Auge“ bzw. „Sicca-Syndrom“.
International Society For Ophthalmic Ultrasound ein zweijährig stattfindender, internationaler Weltkongress der Ultraschallvereinigung in der Augenheilkunde.

T wie

Als Tensio bezeichnet man den Augeninnendruck. Dieser wird durch den Augenarzt oder seine Helferin gemessen. Eine Erhöhung ist z.B. eines der Kennzeichen bei Grünem Star (Glaukom), kann aber auch bei Entzündungen, nach Verletzungen und im Rahmen spezieller Krankheitsbilder auftreten.
Instrument zur Messung des inneren Augendrucks.

U wie

Als Uveitis wird eine Entzündung der Aderhautschicht (Uvea), bestehend aus der Aderhaut (Chorioidea), dem Strahlenkörper (Ciliarkörper) und der Regenbogenhaut (Iris) bezeichnet.
Weitere wichtige medizinische Nachschlagewerke und Suchmaschinen:
Links zu Selbsthilfegruppen:
  • www.pro-retina.de Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen
  • www.dbsv.org Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.
  • www.dvbs-online.de Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V.
Video: Süddeutsche Zeitung / Sueddeutsche.de:

Video Dr. Frieling-Reuss sueddeutsche.de

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Info: Beim Tragen einer Gleitsichtbrille

ergeben sich einige Besonderheiten, die beachtet werden sollten: Beim Blick nach unten sieht man durch das Nahteil, so dass Treppenabsätze oder Bordsteinkanten, die sich in weiterer Distanz befinden, nicht scharf erkannt werden können. Beim Seitblick entstehen durch den Spezialschliff des Glases bedingt Verzerrungen, so dass beim Blick zur Seite der ganze Kopf gedreht werden und der Blick durch das Brillenglas möglichst gerade erfolgen sollte. Um sich an diese Besonderheiten zu gewöhnen, sollte eine Gleitsichtbrille in den ersten Wochen konsequent, d.h. den ganzen Tag lang getragen werden.