Interview Frau Dr. Elisabeth Frieling-Reuss:

Dr. Frieling-Reuss

Ärztl. Leitung/Augenärztliches Zentrum Dr. Frieling-Reuß & Kollegen/22.11.2018:

Medizinerin aus Berufung, Operateurin aus Leidenschaft, Implantologin aus Neigung.

Frau Dr. Frieling-Reuss: Warum sind Sie gerade Augenärztin geworden?

Das hat wohl mit dem Elternhaus zu tun. Meine Mutter war Kinderärztin, hat den Beruf aber für uns drei Kinder aufgegeben. Als meine jüngste Schwester dann aus dem Gröbsten raus war, hat sie die Kinderabteilung bei einem Augenarzt übernommen. Später hat Sie noch den Augenarzt-Facharzt an der Universitäts-Augenklinik in Münster gemacht und mit 55 Jahren noch bei uns im Haus ihre eigene Augenarzt-Praxis eröffnet.

Das klingt, als läge der Augenarzt-Beruf bei Ihnen in der Familie …

Schon, aber so geradlinig, wie es aussieht, war mein Weg in die Augenheilkunde dann doch nicht. In der Schulzeit war ich mir nicht so sicher, ob das mit dem Numerus Clausus klappen würde. Weshalb ich mich dann auch sehr auf den Hosenboden gesetzt habe. Und am Ende hat es dann ja auch geklappt und ich habe in meiner Heimatstadt Münster Humanmedizin studiert. Aber danach gab es einen Umweg und ich habe erst einmal  zwei Jahre eine Facharztausbildung in Neurologie begonnen, bevor ich 1986 endgültig zur Augenheilkunde gekommen bin.

Was nicht von Schaden für Ihre heutigen Patienten sein dürfte …

Ganz und gar nicht! Viele Sehstörungen haben neurologische Ursachen, denken Sie nur an Schlaganfall. Insofern war der kleine Exkurs für meine Patienten sicherlich von Nutzen.

Faszination Auge

Einmal abgesehen von der Fachrichtung - woher kam der Wunsch, in die Medizin zu gehen?

Etwas anderes kam für mich nie in Frage. Ich bin einfach jemand, der sich gern um Menschen kümmert. Wenn ich sehe, da braucht jemand Hilfe, dann helfe ich sofort und vergesse alles andere.

Was ist das Erfüllende am Augenarzt-Beruf?

Dass man sehr schnell Beziehungen zu Menschen aufbauen kann. Oft merke ich schon beim ersten Kontakt: Ja, dieser Patient vertraut mir. Ich bin immer wieder fasziniert, wie schnell mir die Menschen ihre Augen anvertrauen. Das ist nicht selbstverständlich. Das Auge ist ein ganz besonderes Organ.

Was fasziniert Sie daran?

Blick aus dem Wartezimmer

Zunächst einmal ist es einfach ein wunderschönes Organ. Schauen Sie sich nur mal die verschiedenen Strukturen am Mikroskop an! Es ist optisch einfach sehr ansprechend. Und ich bin nun mal ein sehr optischer Mensch, deshalb fotografiere ich in meiner Freizeit auch so gerne. Und dann ist das Sehen natürlich auch sehr stark mit Emotionen verbunden und spielt in der zwischenmenschlichen Kommunikation eine große Rolle. Wenn Sie jemanden anschauen, können Sie ja oft erfühlen, wie es ihm gerade geht.

Keine Angst vorm Grauen Star

Das Auge scheint für viele Menschen das wichtigste Sinnesorgan zu sein …

Absolut. Nichts mehr zu sehen ist für die meisten Menschen eine ganz schreckliche Vorstellung - verständlicherweise. Nehmen Sie den Grauen Star: Da steht ja die Angst im Raum, eines Tages zu erblinden. Aber heute lässt sich der Graue Star sehr erfolgreich operieren, und der Betroffene kann anschließend fast immer wieder gut sehen. Das nennt sich dann Katarakt-OP - vom griechischen Wort für Wasserfall, weil die weißlich getrübte Linse die alten Griechen an einen Wasserfall erinnert hat. Heute wartet man nicht mehr so lange, sondern entfernt die körpereigene Linse schon bei beginnendem Grauen Stars und ersetzt sie durch eine künstliche Linse. Und die hält im Regelfall ein Leben lang.

Aber OP bleibt OP - gewisse Ängste werden immer vorhanden sein.

Und diese Ängste muss man ernst nehmen, bevor man sie nehmen kann. Das geht am besten, indem man die Abläufe gut verständlich erklärt - inklusive der Chancen und Risiken. Und das in einer Sprache, die auch verstanden wird. Ich muss den Patienten also da abholen, wo er gerade steht, vom Alter und vom Ausbildungsstand her, und dann ganz individuell auf ihn eingehen. Dieser Teil meines ärztlichen Berufes macht mir große Freude und ist in unserer „We care“ -Philosophie für alle Mitarbeiter eine ganz wichtige Orientierung.

Und diese Freude teilt sich dem Patienten auch mit?

Manchmal schon (lacht)! Gerade neulich hatte ich einen Patienten, der zunächst sehr skeptisch war. Nachdem ich ihn dann genau untersucht habe und ganz gezielt auf seine persönliche Situation eingegangen bin, kam eine Helferin mit den Worten auf mich zu: ‚Was haben Sie denn mit Herrn XY gemacht? Der kam ja richtig aus dem Zimmer geschwebt‘! Also ja, ich denke schon, dass man die Patientenzufriedenheit mit einem individuellen Beratungskonzept deutlich erhöhen kann.

Erfahren, kompetent, kunstfertig

Frau Dr. Frieling-Reuss: Haben Sie eine Ahnung, wie oft Sie diese OP schon durchgeführt haben?

Praxis Dr. Frieling-Reuss & Kollegen - Kompetenz

Praxis Dr. Frieling-Reuss & Kollegen - Kompetenz

Da muss ich nachdenken … Ganz genau kann ich das nicht sagen, aber es waren bestimmt viele zehntausend Male. Das begann ja schon vor über 23 Jahren in meiner Zeit als Oberärztin in der Uni-Klinik Regensburg, und hat sich in den 20 Jahren fortgesetzt, die ich nun in München als niedergelassene Augenärztin arbeite. Ich glaube schon, dass wir uns im obersten Qualitätssegment bewegen - sowohl was die ärztliche Kompetenz und Erfahrung angeht, als auch was das Beratungskonzept und die technische Ausstattung anbelangt.

Eine Katarakt-OP ist und bleibt ein hochsensibler Eingriff am Auge. Da fragt der Patient wahrscheinlich schon, wie erfahren und kunstfertig sein Augenarzt ist.

Praxis Dr. Frieling-Reuss & Kollegen - Wissensexplosion

Praxis Dr. Frieling-Reuss & Kollegen - Wissensexplosion

Natürlich ist handwerkliche Versiertheit ein ganz wichtiges Kriterium bei der Auswahl des richtigen Augenarztes. Bei einer Katarakt-OP geht es ja darum, die neue Linse möglichst präzise zu platzieren. Das ist ein mikro-chirurgischer Eingriff, der für das Auge sehr schonend ist. Aber vom Arzt erfordert er sehr konzentriertes, sehr filigranes Arbeiten, weil die Gegebenheiten bei jedem Patienten eben anders sind.

Geduldiges, kleinteilige Arbeiten - „gern auch etwas pingelig“

Sie führen in Ihrer Praxis auch Lid-Operationen durch …

Tumore im Auge sind ja glücklicherweise äußerst selten. Aber an den Lidern können eine ganze Reihe gut- und bösartiger Tumore entstehen. Und die entfernen wir dann unter Lokalanästhesie vor Ort. Außerdem kommt es manchmal zu Lid-Fehlstellungen, auch die kann man operativ korrigieren. Ob Katarakt- oder Lid-Chirurgie - beides erfordert sehr, sehr feines Arbeiten. Aber genau das liegt mir, dieses individuelle, geduldige, kleinteilige Arbeiten - und da bin ich dann gern auch etwas pingelig.

Pionierin bei Trifokallinsen-Implantation

Sie gelten als Expertin auf dem Gebiet der Kunstlinsen-Implantation. Neben Standardlinsen implantieren Sie auch die Premium-High-Tech-Linsen. Wie sind Sie das geworden?

Ich beobachte und analysiere die Linsen-Entwicklungs-Technik fortlaufend. Die Entwicklerin der ersten Multifokallinse - das ist die übergeordnete Bezeichnung für Kunstlinsen mit mehreren Brennpunkten - habe ich persönlich gekannt und den Kontakt immer gehalten. So konnte ich ganz aus der Nähe mitverfolgen, wie das Produkt immer weiter verbessert wurde, bis es dann wirklich marktreif war.

Und dann haben Sie selber begonnen, tri-fokale Kunstlinsen zu implantieren?

Ja, ich war eine der ersten, die die Implantation von Trifokallinsen in größerem Stil vorangetrieben hat. Ich führe auch  Studien durch, berate Materialentwickler und versuche natürlich auch ständig, meine operative Technik zu verfeinern.   Es macht mir viel Freude, immer wieder die in den vergangenen 10 Jahren von mir operierten Patienten mit Multifokallinsen wieder zu treffen und zu sehen, wie glücklich und zufrieden sie auch nach Jahren noch sind.

Wer noch mehr über uns und unsere Arbeitsschwerpunkte wissen möchte, dem seien unsere Blogs empfohlen, in denen z.B. Patientinnen über ihr neues Leben mit den Trifokal-Linsen berichten ( Blog "Brillenlos durchs Leben").  Auch auf der Blog "Maculadegeneration, diabetisches Maculaödem, Therapiefortschritte nutzen" möchte ich gerne verweisen. Hier wird einer unserer weiteren Schwerpunkte beschrieben, die Behandlung von feuchter Makuladegeneration und des diabetischen Maculaödems mit Medikamenteneingaben in das Auge ( die sog. "IVOM´s").