Ultraschall (Tumoren, M. Basedow)

Mit der Ultraschalluntersuchung (Echographie) können Strukturen im und um das Auge untersucht und beurteilt werden, die mit anderen dem Augenarzt zur Verfügung stehenden Mitteln nicht erkannt werden können, weil sie – z.B. bei Eintrübungen in verschiedenen Bereichen – nicht sichtbar sind und /oder versteckt im Auge oder hinter dem Auge liegen (wie z.B. die Augenmuskeln oder der Sehnerv).

Ultraschalluntersuchung mit dem B-Scan-Schallkopf

Ultraschalluntersuchung mit dem B-Scan-Schallkopf

Mit dem Ultraschall kann der erfahrene Untersucher u.a. Tumore aller Art (sowohl sichtbare als auch versteckt liegende) entdecken und bezüglich ihrer Gutartigkeit bzw. Bösartigkeit beurteilen. Ein Ausmessen der Größe kann erfolgen und etwaige Veränderungen können nach wenigen Wochen festgestellt werden.

Diese genaue Beurteilung von Tumoren, die sog. „Artdiagnose“ ist aufgrund der von uns verwandten „standarisierten A-Bild-Analyse“ möglich, die zusätzlich zur herkömmlichen B-Bild-Analyse durchgeführt wird. Auch andere Differenzierungen, z.B. die Abgrenzung von Netzhautablösungen von harmloseren Glaskörpersträngen, sind mit dem standarisierten A-Bild viel sicherer durchführbar.

Somit sind es folgende Fragestellungen, bei denen die Ultraschall-Untersuchung (mit A- und B-Bild-Analyse) eine große Hilfe sein kann:

  • erschwerter oder unmöglich gewordener Einblick ins Auge durch Trübung der Hornhaut, der Linse oder des Glaskörpers (letzteres z.B. durch eine diabetesbedingte Einblutung).
  • Verdacht auf eine bestehende oder drohende Netzhautablösung
  • Verdacht auf einen Tumor im Auge
  • Verdacht auf Tumoren hinter oder neben dem Auge
  • Veränderungen der Augenmuskeln (Entzündung oder Verdickung im Rahmen einer Schilddrüsenüberfunktion)
  • Veränderungen des Sehnervs

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Die Ultraschalluntersuchung wird sehr vorsichtig und unter Betäubung der Augenoberfläche mittels Augentropfen durchgeführt und ist damit schmerzfrei. Da bei der Untersuchung ein Kontaktgel verwandt wird, kann die Sicht später für einige Minuten verwaschen sein, was sich danach von alleine bessert. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, in der ersten halben Stunde nach der Untersuchung die Augen nicht zu reiben oder zu drücken. Sie könnten die Augenoberfläche damit unbemerkt verletzen. Denn durch die Betäubungstropfen ist zunächst nichts zu spüren, aber nach wenigen Minuten können deutliche Beschwerden in Form von Kratzen auftreten. Sollten Beschwerden auftreten, sind befeuchtende Tropfen oder z.B. Bepanthen Augensalbe hilfreich. Falls die Beschwerden aber daraufhin nicht innerhalb einer Stunde nachlassen, sollten Sie uns sicherheitshalber anrufen oder erneut aufsuchen.

Diagnostik der Endokrinen Orbitopathie/ Morbus Basedow

Wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine Schilddrüsen-Erkrankung (meist Überfunktion, selten Unterfunktion) vorliegt, kann es zu einer Augenbeteiligung, dem Morbus Basedow kommen. Mit Hilfe spezieller Augenuntersuchungsmethoden und insbesondere einer Ultraschalluntersuchung der äußeren Augenmuskeln kann der Verdacht auf eine Augenbeteiligung bestätigt oder ausgeräumt werden. Das wiederum hat Konsequenzen für die Therapie der Schilddrüsengrunderkrankung und für die Frage, ob und wie die Augenproblematik behandelt werden soll.

Welche Augenuntersuchungen sind notwendig?

Zunächst werden wir im Rahmen der normalen augenärztlichen Untersuchung den vorderen Augenabschnitt mit der Spaltlampe beurteilen. Hierbei können durch den M. Basedow verursachte Reizungen oder Schwellungen der Bindehaut, trockene Augen oder eine Schädigung der Hornhaut bei schlechtem Lidschluß festgestellt werden. Es folgt die Inspektion der Netzhaut und des Sehnervskopfes. Sehr wichtig ist auch die Prüfung der Sehschärfe und die Bestimmung des Augeninnendruckes; beide können bei ausgeprägter Form des M. Basedow negativ beeinflusst sein. Die Inspektion der Netzhaut und des Sehnervs sind gerade auch bei schwereren Fällen unerlässlich.

Es folgen nun die Prüfungen auf Störungen der Augenbeweglichkeit- verbunden mit der Frage „Sehen Sie Doppelbilder?“. Auch wird gemessen, ob und wie weit die Augen „hervorstehen“, d.h. ob ein sog. Exophthalmus vorliegt.

Nun folgt die Ultraschalluntersuchung. Dabei ist zunächst von großer Wichtigkeit, dass ein Tumor oder anderweitige Veränderungen hinter den Augen ausgeschlossen werden. Dann werden die 6 Augenmuskeln an jedem Auge vermessen und miteinander verglichen. Ergeben sich deutliche Abweichungen von der Norm, so spricht man von einem M. Basedow oder einer „Endokrinen Orbitopathie“.

Zum Abschluß werden wir mit Ihnen ein ausführliches Gespräch über die Ergebnisse der Untersuchungen und die Folgen für eine eventuelle Therapie der Schilddrüse oder speziell der Augen führen. Die Ergebnisse werden auch in einem Brief an Ihren Hausarzt und Internisten/ Endokrinologen und bei Überweisungen auch an Ihren Augenarzt weitergegeben. Ein Kontrolltermin wird ggfls. vereinbart, um den Verlauf der Erkrankung zu beurteilen und zu dokumentieren.

Tipp: Vorsichtsmaßnahmen bei Allergien

Waschen Sie sich öfter die Hände, um keine Allergene von der Hand ins Auge zu übertragen. Versuchen Sie außerdem, sich nicht die Augen zu reiben. Baden Sie Ihr Haustier möglichst oft, damit das Tier beim Schütteln möglichst wenig abgestorbene Hautzellen in der Luft verteil, auf die viele Menschen allergisch reagieren.

Schützen Sie Ihre Augen:
Tragen Sie eine Brille oder eine Sonnenbrille, um den Blütenstaub von Ihren Augen fern zu halten.

Glossar: Morbus Basedow

Beim Morbus Basedow, oder auch Basedow’sche Krankheit genannt, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die im Allgemeinen eine Vergrößerung (Kropf) und Überfunktion der Schilddrüse zur Folge hat. Die vom Körper gegen das Schilddrüsengewebe gebildeten Antikörper binden an den Rezeptor für Thyreotropin (TSH), ein Hormon welches von der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) zur Stimulierung und somit zur Regelung der Schilddrüsenfunktion gebildet wird.

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