Makula- und Netzhaut-Erkrankungen: Diagnose und Krankheitsbilder

Makula: Stelle des schärfsten Sehens

Die Makula, der sog. „gelbe Fleck“, ist die Stelle des schärfsten Sehens und befindet sich in der Netzhautmitte. Hier besteht die dichteste Ansammlung von Nervenzellen (Zäpfchen und Stäbchen) in unserem gesamten Körper. Schädigungen, die diese Stelle betreffen, haben schwere Auswirkungen auf die Sehschärfe.

Wenn es sich um kleine Veränderungen handelt, sieht der Betroffene evtl. einen kleinen oder etwas größeren zentralen grauen Fleck – immer an der Stelle, die er gerade fixiert (vgl. Bild unten). Ist die Schädigung ausgedehnter, so wird das zentrale Sehen insgesamt unscharf, z. B. können keine Gesichter mehr erkannt werden. Die Orientierung im Raum bleibt aber in den allermeisten Fällen erhalten.

Seheindruck bei Patienten mit Altersabhängiger Makula-Degeneration (AMD), sog. "Zentralskotom"

Seheindruck bei Patienten mit Altersabhängiger Makula-Degeneration (AMD), sog. „Zentralskotom“

Diagnose von Veränderungen an der Makula

Bei einer sorgfältigen Inspektion der Makula mit dem Augenspiegel oder mit einer Speziallupe an der Spaltlampe kann der Augenarzt solche Veränderungen feststellen. Er kann den Schweregrad abschätzen und weitere diagnostische oder therapeutische Schritte einleiten.

Für diese Untersuchung der Makula ist eine Erweiterung der Pupille mit Augentropfen zumeist unumgänglich. Danach ist das Sehvermögen für 2-3 Stunden eingeschränkt und das Autofahren ist nicht erlaubt.

Erkrankung der Makula

Es gibt verschiedene Erkrankungen, die das Netzhautzentrum, die Makula, betreffen können. Die wichtigsten sind:

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Hierbei handelt es sich um eine Stoffwechselstörung im Bereich der zentralen Netzhaut mit Ansammlung und Ablagerung von Abbauprodukten (sog. Drusen, vgl. Bild unten), die zu einer Schädigung und ggf. einem Niedergang der Netzhautzellen führen.

Man unterscheidet trockene AMD und feuchte AMD. Die trockene AMD (vgl. Bild unten) kommt am häufigsten vor und verläuft recht langsam. Bei 10 bis 15 Prozent aller AMD-Erkrankten geht die trockene Form in die aggressivere feuchte Form über.

Eine genetische Veranlagung und Umweltfaktoren (z.B. hohe UV-Belastung) werden als Ursachen angenommen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen über Verlauf, Behandlung und Vorbeugung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD).

Fruehes Stadium trockene AMD

Frühes Stadium einer trockenen AMD

Makulaödem

Hierbei handelt es sich um eine Schwellung der Makula durch Einlagerung von Gewebeflüssigkeit.

Auftreten kann das Krankheitsbild u.a. als Folge von Entzündungen (z.B. Uveitis), von Operationen (z.B. Katarakt-Operation), von auf der Netzhaut gebildeten Membranen (sog. Epiretinale Gliose) oder auch ohne ersichtlichen Grund.

Diabetisches Makulaödem (DMÖ)

Das diabetische Makulaödem (DMÖ) ist eine Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus. Erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die Blutgefäße in der Netzhaut, so dass diese nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Mediziner sprechen dann von einer diabetischen Retinopathie.

Wenn die Netzhaut unterversorgt ist, bildet sie neue Blutgefäße, die allerdings instabil sind. Es kann zu Flüssigkeitsansammlung im Gewebe kommen, wodurch sich  sich die Netzhaut im Bereich der Makula verdickt. Dann sprechen die Mediziner  von einem diabetischen Makulaödem.

Die Schwellung der zentralen Netzhaut bei fortgeschrittener diabetischer Netzhautschädigung (Retinopathie, vgl. Bild unten) muss sehr sorgfältig diagnostiziert und dann speziell behandelt werden, da bei Fortbestehen deutliche Sehverschlechterungen entstehen.

DMÖ ist die häufigste Erblindungs-Ursache bei Erwachsenen mittleren Alters. Allein in Deutschland sind rund 150.000 Menschen von der Krankheit betroffen.

Hier erhalten Sie weitere Informationen über Verlauf, Behandlung und Vorbeugung des diabetischen Makulaödems(DMÖ).

Fotographie des Augenhintergrundes bei diabetischer Retinopathie

Fotographie des Augenhintergrundes bei diabetischer Retinopathie

Makulaforamen

Dabei handelt es sich um ein Loch in der Makula. Dieses kann sich durch Zug des Auge ausfüllenden Glaskörpers an der zentralen Netzhaut bilden – oder auch als Folge des oben beschriebenen Makulaödems. Bei durchgreifenden, d.h. echten Löchern ist in den meisten Fällen eine operative Behandlung notwendig.

Myope Makulopathie

Das ist eine Schädigung der Makula bei hoher Kurzsichtigkeit.

Erkrankung der Netzhaut und Aderhaut

Nicht nur die zentrale Netzhaut kann erkranken, auch die weiter außen gelegenen Bereiche der mittelperipheren und peripheren äußeren Netzhaut können Veränderungen erfahren. Besonders bei der Beurteilung solcher Veränderungen ist die Pupillenerweiterung unbedingt notwendig, so dass in den folgenden Stunden mit Sehverschlechterung zu rechnen und das Autofahren verboten ist. Am häufigsten sind hier zu nennen:

Äquatoriale Degenerationen

Das sind periphere, weiter außen lokalisierten Degenerationen. Hierbei handelt es sich um Stellen mit verdünnter oder durch den Zug des Glaskörpers geschädigter Netzhaut.

Innerhalb dieser Veränderungen können Löcher entstehen, durch die verflüssigter Glaskörper unter die Netzhaut gelangt, was im schlimmsten Fall zu Netzhautablösungen führt. Daher sollte nach solch dünnen Stellen in der Netzhaut gefahndet werden, um sie bei Bedarf rechtzeitig zu behandeln, d.h. mit Laserherden zu umstellen.

Ein erhöhtes Risiko, solche Veränderungen zu entwickeln, besteht besonders bei Patienten mit mittlerer und höherer Kurzsichtigkeit oder bei besonderen Erkrankungen.

Entzündungen in der Ader- und angrenzenden Netzhaut

Durch verschiedene Erreger können, besonders bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem, Entzündungsherde entstehen, die zu Eintrübung des Glaskörpers und damit zu Sehverschlechterungen führen können. Einmal entstanden, können solche Entzündungen immer wieder aufflammen.

Tumore der Aderhaut

Diese sind ebenfalls durch Untersuchung des Augenhintergrundes zu entdecken. Hierbei ist es sehr wichtig, festzustellen, ob es sich um gutartige oder bösartige Veränderungen handelt.

Bei den letzteren sind insbesondere das Melanom der Aderhaut (der sog. „schwarze Tumor“) und Tochtergeschwülste verschiedener Tumore (sog. Metastasen) zu nennen, letztere z.B. bei Tumoren im Bereich der Brust oder Prostata.

Da die rein klinische Begutachtung nicht immer ausreicht, um die einzelnen Veränderungen voneinander und von harmlosen Blutungen abzugrenzen, sind in solchen Fällen spezielle Zusatzuntersuchungen notwendig, wie eine Farbstoffdarstellung (Fluoreszenzangiographie) und /oder eine Ultraschalluntersuchung (vgl. Ultraschalldiagnostik). Zur Dokumentation und für einen Vergleich einige Wochen oder Monate später ist in vielen Fällen eine Fotodokumentation notwendig.

Fragen & Antworten zu Ursachen, Diagnose und Krankheitsbild

 

Mehr Infos zu AMD und DMÖ?

Von altersbedingter Makuladegeneration (AMD) sind in Deutschland rund vier Millionen Menschen betroffen. Viele Diabetiker leiden unter diabetischem Makula-Ödem (DMÖ). Die gute Nachricht: Bei rechtzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung kann Ihre Sehkraft - und damit Ihre Lebensqualität - heute in vielen Fällen erhalten werden.

Alles Wissenswerte zu den "unbekannten Volkskrankheiten" finden Sie auf unserem Blog Makuladegeneration: Beiträge über Entwicklungen & Trends, Fachartikel und Erfahrungsberichte rund um das Thema Makuladegeneration. Jetzt reinklicken!

 

 

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