Sie wollen Ihren grauen Star operieren lassen? Holen Sie vorher unbedingt eine Zweitmeinung ein!

Holger Reuss Alterssichtigkeit, Entwicklungen / Trends, Grauer Star, High-Tech Linsen, Info-Abend, Katarakt, Kunstlinsen, Linsenimplantation, Multifokallinsen, Premiumlinsen, Sonderlinsen, Standardlinsen, Trifokale Linsen

Unsere Augen sind Fenster zur Seele. Sie verraten mehr über uns, als wir mit Worten sagen könnten. Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor dem ersten operativen Eingriff am Auge. Was werden Ihre „Fenster zur Seele“ dann wohl über Ihre Seelenlage verraten? Wahrscheinlich werden sie sagen: „Ich habe Angst.“

Und das ist auch absolut nachvollziehbar. Schließlich ist der Sehsinn der wichtigste Sinn in unserer Welt; wer nicht (mehr) gut sieht, kann nicht (mehr) vollumfänglich am Leben teilhaben. Kein Wunder also, dass sich die meisten Menschen lieber zweimal überlegen, ob und wann sie sich an den Augen operieren lassen.

Und von wem.

Ärztliche Zweitmeinung sinnvoll und nötig?

„Aber dafür habe ich doch meinen Augenarzt“, sagen Sie jetzt vielleicht. „Der wird mich schon richtig beraten.“

Für Menschen mit Sehproblemen ist die Beziehung zu ihrem Augenarzt oft eine lebenslange. Manche kennen ihren Augenarzt länger als ihren Lebenspartner. Da baut sich über die Jahre natürlich ein Vertrauensverhältnis auf, das man nicht ohne Not in Frage stellen will.

Stellen Sie die Expertise Ihres Augenarztes in Frage, wenn Sie einen anderen Facharzt um eine Zweitmeinung bitten? Die Antwort ist nein.

Nehmen wir einmal die Operation des grauen Stars bzw. Kataraktes (einen medizinischen „Steckbrief“ zu dieser Krankheit finden Sie am Ende dieses Artikels). Das ist ein Eingriff, der in Deutschland pro Jahr etwa 700.000 mal durchgeführt wird. Dabei wird die getrübte körpereigene Linse in einem minimal-invasiven Eingriff durch eine Kunstlinse ersetzt. In den allermeisten Fällen verbessert sich das Sehvermögen nach dem Eingriff deutlich – die Lebensqualität bleibt erhalten.

Ein Standard-Eingriff, täglich tausendfach durchgeführt. Kein Grund also, sich über die OP groß den Kopf zu zerbrechen – oder doch?

Doch. Die folgende Szene erklärt, warum.

„Warum hat mir das denn keiner gesagt?“

Im Wartezimmer einer Augenarztpraxis treffen sich zufällig zwei alte Freundinnen, nennen wir sie Annetta und Birgit. Beide sind über 60, beide sind gerade frisch am grauen Star operiert.

„Und, alles gut gegangen bei dir?“, fragt Annetta und greift nach einer der ausgelegten Frauenzeitschriften.

„Ja danke, alles bestens“, antwortet Birgit und kramt ihrerseits nach einer Zeitschrift. „In der Ferne sehe ich wieder gut, nur zum Lesen brauche ich noch eine Brille.“ Sie kramt in ihrer Handtasche eine Weile nach der Lesebrille, setzt sie auf, schaut ihre Nachbarin an – und stutzt. „Seit wann kannst du denn ohne Brille lesen?“

„Na seit der OP! Ich habe mir gleich diese Hightech-Linsen einsetzen lassen, mit denen man in jede Entfernung scharf sehen kann. Nach Lesebrillen werde ich in diesem Leben nicht mehr suchen.“

Birgit ist perplex. „Wie bitte? Du brauchst nie wieder eine Brille? Warum hat mir das denn keiner vor der OP gesagt?“

Standardlinse: Lesebrille weiterhin nötig

So wie Birgit geht es einem Großteil von Patienten, die sich ihren grauen Star operieren lassen wollen. Der Augenarzt – möglicherweise selbst Angestellter eines OP-Zentrums – überweist sie an ein großes OP-Zentrum, wo Patienten standardmäßig monofokale Linsen eingesetzt bekommen – also Linsen mit nur einem Brennpunkt. Dafür übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen problemlos die Kosten.

Dabei übersehen viele Patienten aber einen entscheidenden Punkt: Die Monofokallinse ist nur auf einen Entfernungsbereich ausgelegt. Nach der Operation können sich ihre Augen nicht mehr auf verschiedene Entfernungen einstellen, so dass sie weiterhin auf eine Lesebrille angewiesen bleiben.

Multifokallinse: Brillenlos durchs Leben

Dagegen haben moderne Multifokallinsen mehrere Brennpunkte. Das heißt für den Operierten, dass er in allen Bereichen wieder scharf sieht – in der Nähe und auf mittlere Distanz und in der Ferne.

Die Technologie der Multifokallinsen ist noch recht jung, hat aber in den letzten 10-12 Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Inzwischen steht eine Vielzahl von Modellen unterschiedlichster Konfiguration zur Verfügung, die sich teilweise auch kombinieren lassen. Das heißt, man kann das eine Auge z.B. mit einer Linse versorgen, die für bessere Mittel- und Fernsicht sorgt, und das andere mit einer Linse, die für bessere Nahsicht sorgt. Die individuellen Korrekturmöglichkeiten sind inzwischen fast unbegrenzt.

Multifokallinsen haben alle ihre Vor- und Nachteile und kommen nicht für jeden Patienten in Frage. Aber sie ermöglichen doch in sehr vielen Fällen ein Leben ganz ohne Brille. Mit allen Vorteilen, die das für Freiheit und Lebensqualität des Einzelnen hat – beim Lesen, Einkaufen, Auto fahren, bei der Arbeit am PC, beim Schminken oder Rasieren.

Kostenfragen vorher klären!

Allerdings übernehmen die gesetzlichen Kassen die Kosten für Multifokallinsen nicht. Wenn man aber die einmaligen OP-Kosten mit den Wiederbeschaffungskosten für verlorene oder beschädigte Gleitsichtbrillen verrechnet, amortisiert sich der Aufwand in wenigen Jahren. Hightech-Linsen sind nahezu „unkaputtbar“. Einmal implantiert, leisten sie ihren Dienst ein Leben lang.

Tipp: Klären Sie die finanziellen Fragen unbedingt vor der OP mit Ihrem Augenarzt und Ihrer Kasse ab. Manche Kassen übernehmen bei Hightech-Linsen den Anteil, den sie für Standardlinsen ohnehin erstatten müssten.

Konservativ oder operativ? Ein entscheidender Unterschied

Also Möglichkeiten ohne Ende – aber in einem relativ neuen Fachgebiet, das nicht jeder Augenarzt überschauen kann. Die Implantation von individuell maßgeschneiderten Multifokallinsen erfordert ein Spezialwissen in Bezug auf Diagnostik, Materialkunde und Operateurskunst, das nicht jeder Augenarzt von Haus aus mitbringen kann.

Das sagt nichts über die Qualität des einzelnen Arztes aus, sondern hängt mit seiner medizinischen Ausrichtung zusammen.

  • Die meisten Augenärzte arbeiten konservativ. Das heißt, sie behandeln Augenerkrankungen mit Hilfe von Medikamenten. Sie sind für Vorsorgeuntersuchungen und Indikationsstellung zuständig, führen alle Messungen im Zusammenhang mit Fehlsichtigkeiten durch und kümmern sich um die Nachsorge.
  • Ein operativer Augenarzt hingegen behandelt Erkrankungen mittels chirurgischer Eingriffe am oder im Körper des Patienten. Zur fachmedizinischen Kopfarbeit kommt bei ihm noch die feinchirurgische Handarbeit dazu. Ein guter Operateur braucht langjährige Erfahrung, regelmäßige Praxis und feinchirurgisches Geschick im Millimeterbereich unter hochauflösendem Mikroskop.

Das heißt: Wenn Ihr Augenarzt rein konservativ tätig ist, kann er Sie in Sachen Implantations-Chirurgie u.U. gar nicht umfassend und zielführend beraten. Er wird Sie an einen Operateur überweisen, über dessen Qualifikation und Erfahrung Sie nichts wissen.

Was ist der graue Star bzw. Katarakt?
Ein medizinischer „Steckbrief“
  • Eine gesunde Linse ist glasklar und sorgt für einen scharfen Blick. Eine getrübte Linse lässt das einfallende Licht nicht mehr ungehindert durch und streut es außerdem. Dadurch verschleiert sich der Blick.
  • Von der Linsentrübung bekommen Sie zu Beginn nichts mit. Sie verläuft schleichend über Jahre.
  • Der Seheindruck wird zunehmend unschärfer, kontrastärmer, farbloser. Erst sehen Sie wie durch einen leichten Schleier, dann verschwimmt das Bild immer stärker.
  • Operiert wird der graue Star (auch Katarakt genannt) meist erst dann, wenn die Linsentrübung keinen normalen Alltag mehr zulässt.
  • Die häufigste Form ist der Altersstar. Er tritt etwa ab dem 60. Lebensjahr auf.
  • Andere Formen des grauen Stars können auch bei jüngeren Altersgruppen vorkommen, sogar schon bei Kleinkindern.
  • Meist tritt die Erkrankung zeitversetzt an beiden Augen auf.
  • Warum es zum Altersstar kommt, weiß man noch nicht genau. Erbliche Veranlagung spielt eine Rolle. Andere Risikofaktoren sind Stoffwechsel-Erkrankungen wie z.B. Diabetes.
  • Die einzige effektive Therapie ist die Operation. Sie kann das Sehvermögen komplett wiederherstellen.
  • Dabei wird die trübe Linse unter örtlicher Betäubung durch eine Kunstlinse (auch Intraokularlinse genannt) ersetzt.

Uff… Jetzt muss ich zum Experten.

Rechtzeitig Zweitmeinung einholen!

Und genau aus diesem Grund kann es von entscheidender Bedeutung sein, rechtzeitig vor einer anstehenden Augen-OP eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Das bedeutet nicht, dass Sie Ihren Augenarzt wechseln müssen – Sie holen sich lediglich die fehlenden Zusatzinformationen von einem Experten, der sich mit den Materialien auskennt und über die entsprechende diagnostische und operative Erfahrung verfügt.

Das augenärztliche Zentrum Dr. Frieling-Reuss & Kollegen arbeitet sowohl konservativ als auch operativ. Das heißt, wir bieten Ihnen die ganze Bandbreite konservativer Therapien – vom grünen Star (Glaukom) über das trockene Auge bis hin zur Bindehautentzündung – und zusätzlich ein breites Spektrum an operativen Therapien. Das betrifft nicht nur die Implantation von Multifokallinsen, sondern auch IVOM-Behandlungen (Injektionen in den Glaskörper des Auges) bei Netzhautschädigungen wie AMD (altersbedingte Makuladegeneration), Lidoperationen und Laserbehandlungen. Ein moderner Operationsraum ist angeschlossen.

Augenärztin mit Lotsenfunktion

Ein wichtiger langjähriger Kompetenzschwerpunkte liegt sicherlich auf der Kunstlinsen-Implantation. Aufgrund der Expertenpositionierung von Frau Dr. Frieling-Reuss kommen immer wieder viele Patienten aus dem In- und Ausland, um sich eine Zweitmeinung zu Ihrer Grauen-Star- bzw. Katarakt-OP einzuholen. Hieraus entstand eine Lotsen-Funktion gegenüber vielen Patienten – bedingt auch durch Ihre breite Erfahrung als Operateurin.

Dabei ging es und geht es den meisten Patienten um nachfolgende Fragen:

  • Ein beginnender grauer Star (Katarakt) ist oft der Anlass, an eine Kunstlinsen-Implantation zu denken. Viele Patienten sind sich unsicher: Soll ich mich operieren lassen oder lieber noch warten? Wenn ja, wie lange?
  • Ist die Entscheidung zur OP gefallen, stellen sich die nächsten Fragen: Einfach der Überweisung des konservativen Augenarztes folgen oder eine Zweitmeinung einholen?
  • Wenn einen Zweitmeinung eingeholt wird: Welche Linsentypen kommen bei mir in Frage? Gibt es Indikationen gegen eine Multifokallinse? Wer zahlt?
  • Kurz vor der OP: Wer operiert mich wo? Wie lange dauert die OP und wie läuft sie ab? Ist die OP schmerzhaft? Welche Risiken gibt es? Wann darf ich nach Hause?
  • Nach der OP: Wie lange dauert es, bis ich wieder scharf sehen kann? Was ändert sich im Leben danach? Was kann ich in Haus, Beruf und Freizeit ggf. wieder tun, was ich vorher nicht konnte?

Zweitmeinung hilft, Knoten zu lösen

Unsicherheiten und Ängste resultieren oft aus dem Gefühl, nicht das ganze Bild vermittelt bekommen zu haben und nicht in seiner ganzen Persönlichkeit wahrgenommen zu werden. Es gibt also gewisse Knoten, die noch zu lösen sind. Sich eine kompetente Zweitmeinung zu holen, kann dazu beitragen, solche Knoten zu lösen.

Wir vermitteln das ganze Bild und stellen den Patienten in den Mittelpunkt: im vertraulichen Arztgespräch in unseren Praxisräumen am Marienplatz (Weinstr. 3, direkt neben Donisl) oder im Rahmen eines speziellen Info-Abends, bei dem auch Betroffene aus erster Hand berichten. Sie sind herzlich eingeladen!

Was sie bei einem solchen Abend persönlich empfand, beschreibt Elisabeth Frieling-Reuss in diesen Worten:

„Ich denke, die Menschen sind im Alltag sehr auf Abstand bedacht. Man kennt sich kaum noch in den Großstädten und spricht nicht miteinander. Und dann ist man in einem geschützten Raum mit anderen Betroffenen zusammen und traut sich plötzlich, seine Ängste und Sorgen offen zu artikulieren – weil man eben live mitbekommt, dass die Operierten genau dieselben Ängste hatten. Und plötzlich findet da so eine Art emotionale Entkrampfung statt und die Distanz ist wie weggeblasen. Alle befinden sich auf einer Wellenlänge und es gibt sehr intensive Momente gegenseitiger Anteilnahme. Das kann sehr beglückend sein. In solchen Momenten weiß ich, warum ich Augenärztin geworden bin.“

Wie gesagt: Unsere Augen sind Fenster zur Seele. Wenn sie zu wenig über den kommenden Eingriff wissen, sagen sie wahrscheinlich: „Ich habe Angst.“

Aber wenn sie alles über den kommenden Eingriff wissen, beginnen sie zu strahlen und sagen: „Ich habe Hoffnung.“

Zweitmeinung gewünscht?

Sie denken über eine Kunstlinsen-Implantation nach und sind sich nicht sicher, wann Sie sich welche Linsen – ob Standard- oder High-Tech-Linse – von wem einsetzen lassen sollen? Vereinbaren Sie einen Beratungstermin in unserer Praxis und holen Sie sich eine ärztliche Zweitmeinung. Oder lassen Sie sich für den nächsten Info-Abend vormerken.
Schreiben Sie eine E-Mail an info@augenaerzte-am-rathaus.de
oder rufen Sie uns an 089 / 23 68 59 0 (Mo-Fr 8:30 – 11:30, Di und Do 14:30 – 17:00):

089 / 23 68 59 0