Netzhautveränderungen

Erkennen von Veränderungen der Netzhaut durch Zuckerkrankheit (Diabetes) und/oder hohen Blutdruck (Hypertonus)

Die Netzhaut des Auges ist die einzige Stelle am menschlichen Körper, an der wir die ganz kleinen Blutgefäße direkt anschauen und beurteilen können. Sollten diese Blutgefäße im Laufe der Zeit durch Erkrankungen, wie z.B. hohen Blutdruck (Hypertonus), Zuckerkrankheit (Diabetes) oder Fettstoffwechselstörungen geschädigt werden, können wir dies durch eine Kontrolluntersuchung der Netzhautgefäße erkennen. Hier zeigen sich teilweise für die jeweilige Ursache typische Gefäßveränderungen, die sogar über den Schweregrad und die Dauer der Schädigung Auskunft geben können.

Fotographie des Augenhintergrundes bei diabetischer Retinopathie

Fotographie des Augenhintergrundes bei diabetischer Retinopathie

Diese Information kann für den betreuenden Hausarzt, Allgemeinarzt oder Internisten einen wertvollen Hinweis über den Zustand der Blutgefäße im gesamten Körper (z.B. auch Niere/Herz/Gehirn) geben, um dann die Therapie der zugrundeliegenden Krankheit weiter zu optimieren.

Außerdem können diese Erkrankungen auch eine Schädigung der übrigen Netzhaut oder des gesamten Auges nach sich ziehen, so dass es in solchen Fällen notwendig werden kann, hier für den Erhalt des Sehens entsprechend therapeutisch tätig zu werden (z.B. Therapie der Grunderkrankung, Laserbehandlung der Netzhaut, Netzhautoperation).

Bei der augenärztlichen Untersuchung zum Ausschluß solcher Netzhautveränderungen wird in unserer Praxis zunächst die Sehschärfe getestet. Zur genauen Beurteilung der Netzhaut ist eine Pupillenerweiterung mittels Augentropfen notwendig. Durch diese Pupillenerweiterung ist Ihre Sehleistung für ca. 2-3 Stunden beeinträchtigt (reduzierte Sehschärfe bzw. erhöhte Blendungsempfindlichkeit – evtl. Sonnenbrille mitbringen!) und während dieser Zeit dürfen Sie nicht Autofahren. Danach normalisiert sich das Sehen wieder von selber.

In manchen Fällen kann für die genauere Beurteilung der Schädigung der Netzhaut eine Spezialuntersuchung notwendig werden (z.B. Fotodokumentation zur Verlaufskontrolle, Floureszenzangiographie, optische Cohärenz-Tomographie), um dann die entsprechend richtige Therapie auszuwählen und einzuleiten. Dies werden wir in gegebenem Fall mit Ihnen genau besprechen.

Glossar: Netzhaut

Die Netzhaut oder Retina (lateinisch rete = Netz) ist eine Schicht von spezialisiertem Nervengewebe an der hinteren Innenseite des Auges. Die Netzhaut liegt auf der Aderhaut (Choroidea) auf, welche die Netzhaut mit Nährstoffen versorgt. Die Netzhaut wird vom Glaskörper (Corpus vitreum) nach innen begrenzt. Direkt und fest verbunden mit der mittleren Augenhaut ist die Netzhaut nur in einer ringförmigen Region im Irisbereich und an der Eintrittsstelle des Sehnervs (Papille). Deshalb ist eine Netzhautablösung meist nur kurzzeitig lokal begrenzt und kann unbehandelt rasch die gesamte Netzhautfläche erfassen.

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