Multifokallinsen-Implantation: „Ein Geschenk des Himmels, an diese Augenärztin geraten zu sein“

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patientin eva sherpa ohne brille

 

Unsere Patientin Eva Sherpa aus dem thüringischen Oberhof ist Kartografin und Reiseredakteurin. Die 53-jährige hat in ihrer frühen Jugend eine Ausbildung zur Rettungsschwimmerin gemacht und liebt das Tauchen und Schnorcheln und generell das Unterwegssein in Mutter Natur. Bis heute ist sie eine begeisterte Skifläuferin und engagiert sich ehrenamtlich schon viele Jahre bei der Bergwacht.

Schon als Kind musste sie eine starke Brille tragen. Aufgrund ihrer voranschreitenden Sehschwäche war bereits mit 20 nicht mehr an das so geliebte Turmspringen oder Tauchen zu denken. Ihre Sehwerte im Sommer 2018: minus 12,75 Dioptrien auf dem einen Auge, minus 12,25 auf dem anderen, dazu noch eine beidseitig starke Hornhautverkrümmung. Eine erhebliche Einschränkung nicht nur im Privatleben, sondern auch besonders im Beruf.

Irgendwann ist klar: Wenn sie ihren Job nicht gefährden will, muss sie ihre Augen operieren lassen. Lasern ist bei ihrer extremen Kurzsichtigkeit keine Option, es kommt nur ein Linsenaustausch in Frage (Fachbegriff: refraktive Linsenchirurgie). Der Eingriff selbst wird von der Kasse bezahlt, sofern eine Erkrankung wie grauer Star (Katarakt) vorliegt. Also lässt sie sich in eine nahegelegene Augenklinik überweisen, um die entsprechenden Untersuchungen durchzuführen zu lassen. Was dann geschieht, haben wir sie persönlich gefragt.

Ärztliche Zweitmeinung: manchmal sehr sinnvoll

Frau Sherpa, was haben Ihnen die Ärzte in der Augenklinik gesagt?

Die Diagnose war: ‚Ihre Augen sind glasklar, keine Spur von grauem Star. Wenn Sie das korrigiert haben wollen, müssen Sie den Eingriff selbst bezahlen.‘ Diese Diagnose wurde mir gestellt, obwohl noch nicht mal eine Pupillenweitung vorgenommen wurde! Daher eine totale Fehldiagnose, wie sich bald herausstellen sollte. Zum Glück bin ich über Umwege bei Frau Dr. Frieling-Reuss gelandet, sonst wäre ich auf den ganzen Kosten sitzen geblieben.

‚Umwege’ kann man wohl sagen - immerhin ist München fast vier Auto- bzw. Bahnstunden von Oberhof entfernt.

Die Entfernung ist zweitrangig. Ich bin froh, dass mich der Zufall zu ihr geführt hat. Ich war letzten September bei einer Freundin in München zum Geburtstag eingeladen. Die Wirtin der Gastwirtschaft, in der wir gefeiert haben, hatte ähnliche Augenprobleme wie ich. Sie hat mir sofort Frau Dr. Frieling-Reuss empfohlen. Zufälligerweise hatte ich noch ein paar Tage frei, und so stand ich gleich Montag früh in ihrer Praxis auf der Matte und habe nach einem kurzfristigen Termin gefragt. ‚Da haben Sie aber richtig Glück’, meinte die freundliche Arzthelferin, ‚um drei hat tatsächlich jemand abgesagt.‘ Und so saß ich noch am selben Tag bei der Ärztin im Sprechzimmer und habe ihr meine Geschichte erzählt.

Und die Diagnose war dann eine andere?

Grauen Star hat sie schon aufgrund meiner extremen Kurzsichtigkeit vermutet. ‚Der tritt bei Patienten wie Ihnen, mit solch starker Kurzsichtigkeit, 15 bis 20 Jahre früher auf’, sagte sie mir. Die Untersuchungen haben das bestätigt. Natürlich hatte ich grauen Star, und zwar bereits einen ausgereiften.

Manchmal lohnt es sich also doch, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen. Im nächsten Schritt ging es wohl um die Auswahl der passenden Kunstlinsen?

Erst einmal gab es eine ausführliche Voruntersuchung. Ich habe schon im Wartezimmer viel zu lesen bekommen über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Linsenarten. Dann gab es ein Beratungsgespräch und Untersuchungen mit Spezialgeräten. Insgesamt hat das ungefähr eineinhalb Stunden gedauert. Wir haben uns für spezielle Trifokallinsen entschieden und OP-Termine für beide Augen festgelegt. Dann hat sich aber herausgestellt, dass der Hersteller mehr Zeit braucht, um die Linsen zu produzieren.

Wegen Ihrer extremen Kurzsichtigkeit?

Extreme Kurzsichtigkeit: Unsere Patientin Eva Sherpa vor der OP[/caption]Genau, für solche Extremwerte müssen ganz spezielle Hochleistungslinsen hergestellt werden. Die Vorgaben dafür hat die Ärztin bei den Voruntersuchungen festgelegt und dem Linsenanbieter übermittelt. Es wurde also nach Maß produziert, weil ich auf kein Serienprodukt zurückgreifen konnte. Das war der Grund, warum die OPs von der Vorweihnachtszeit 2018 auf den Jahresbeginn 2019 verschoben wurden.

patientin eva sherpa mit brille

Extreme Kurzsichtigkeit: Unsere Patientin Eva Sherpa vor der OP

Was spürt man bei der Linsen-Implantation?

Als es dann soweit war - hatten Sie große Angst?

Ich bin da relativ ruhig reingegangen. Schon die Wirtin aus der Gaststätte hat mir erzählt, dass sie keinerlei Schmerzen hatte. Und danach habe ich mich noch mit zwei, drei anderen Bekannten unterhalten, die den Linsenaustausch schon hinter sich haben. Sie haben alle erzählt, dass die OP nicht schlimm ist, und so war es dann auch. Ich kann allen Betroffenen nur empfehlen: Lassen Sie es machen. Sie brauchen keine Angst zu haben.

Können Sie sich an die OP konkret erinnern?

Ja, denn man ist die ganze Zeit bei vollem Bewusstsein. Das Ganze hat pro Auge vielleicht 15, 20 Minuten gedauert. Das Unangenehmste waren die vielen Tropfen. Eine Spange hält während der OP ständig die Augen offen.

Haben Sie von den Schnitten etwas gemerkt?

Bei mir ist von oben geschnitten worden, direkt unter dem Lid. Schmerz habe ich keinen gespürt, nur einen leichten Druck. Dann wurde die zusammengefaltete Linse vom Rand in die vordere Augenkammer geschoben, wo sie sich dann selbst entfaltet. Die Ärztin hat zuvor mit einem Stift auf der Hornhaut markiert, wo das Zentrum der Linse liegen soll. Entsprechend wurde sie positioniert, das ist handwerkliche Feinarbeit. Dann kommt ein Verband auf das Auge, den man nach vier Stunden abnehmen kann.

Patientin Eva Sherpa nach der OP des rechten Auges

Patientin Eva Sherpa nach der OP des rechten Auges

Vergleich vorher/nachher: Ich war total platt"

Können Sie sich an die ersten Seherlebnisse erinnern?

Und als ich zuhause ankommen bin und den Verband abnehmen darf, läuft gerade unser Heim-Biathlon in Oberhof im Fernsehen. Ich konnte sofort die Namen der Sportler lesen, nur mit dem einen operierten Auge! Da war ich total platt. Einen Tag nach der OP sitze ich in München bei meiner Freundin am Küchenfenster und schaue auf die gegenüberliegende Seite der vierspurigen Straße. Dort liegt ein Autohaus. Ich konnte sogar die Nummernschilder der Autos lesen, die vor dem Autohaus geparkt hatten – Hammer!

Jetzt fehlte noch das zweite Auge …

Zuerst mussten wir schauen, wie hat sich das erste Auge entwickelt. Es gab drei Nachuntersuchungen: einen Tag, eine Woche und drei Wochen nach der OP. Frau Dr. Frieling-Reuss wollte auch die dritte Untersuchung abwarten, um sicherzugehen, ob wir wirklich 100 % Sehfähigkeit erreichen konnten. Wenn nicht, hätte sie bei der anderen Linse noch nachjustieren können. Das war aber nicht nötig. Da auch die zweite Linse eine Einzelanfertigung war, musste die OP noch einmal um vier Wochen verschoben werden. War aber kein Problem, ich habe mir für die Zeit eine einfache Monats-Kontaktlinse geholt. Dann kam Anfang März der zweite OP-Termin.

Zu dem Sie wahrscheinlich schon entspannter gefahren sind.

Ja, mit totaler innerer Ruhe. Ich weiß noch, wie ich im Vorbereitungszimmer im 19. Stock des Arabella-Hochhauses sitze und zum Fenster rausschaue. Postkarten-Panorama, die Frauenkirche im Vordergrund, im Hintergrund die Alpen bei blauem Himmel. Ich denke, das gibt’s doch nicht: Da hinten ist doch die Zugspitze zu erkennen! Ich war so ergriffen von dem Seherlebnis, dass ich gleich Frau Dr. Frieling-Reuss davon erzählen musste. Die wunderte sich, dass ich als Nicht-Alpenländerin sogar die Zugspitze erkenne … (lacht)

Nie wieder eine Brille tragen müssen

Wie verlief die zweite OP? Und wie sind Ihre Sehwerte heute?

Die OP verlief problemfrei. Ich habe heute 100 Prozent Sehfähigkeit auf beiden Augen. 0 Dioptrien, links wie rechts. Ich werde nie wieder eine Brille tragen müssen, weder in der Freizeit noch im Beruf. Ich arbeite tagtäglich mit drei Bildschirmen, ohne ständige künstliche Beleuchtung lief da früher gar nichts. Ich hatte für die Arbeit am PC eine spezielle Brille mit reduzierter Dioptrienzahl, um den extremen Verkleinerungseffekt auszugleichen. Das fällt jetzt alles weg. Auch viel Licht brauche ich keines mehr, eine kleine seitliche Bürolampe reicht völlig aus.

Wie fühlt man sich da?

Wie neu geboren! Ohne Brille zu leben, macht wirklich einen gewaltigen Unterschied. Früher kam nach dem Aufwachen immer der obligatorische erste Griff zur Brille auf dem Nachttisch. Dieser Instinkt war schlagartig weg. Jetzt mache ich die Augen auf und sehe gleich alles scharf.

Gibt es Anpassungsschwierigkeiten?

Man merkt schon, dass sich die Koordination zwischen Auge und Gehirn noch einspielen muss. Ich mag es nicht, wenn eine künstliche Lichtquelle von oben kommt oder ich den ganzen Tag in Räumen mit Kunstlicht verbringen muss. Beim Autofahren stören mich die LED-Leuchten von entgegenkommenden Fahrzeugen. Aber dieser Blendeneffekt ist normal, darauf war ich vorbereitet. Mittlerweile sind zweieinhalb Monate nach der letzten OP vergangen und dieser Störeffekt ist auch schon geringer geworden. Das Auge und Gehirn brauchen mindestens ein halbes Jahr, um sich völlig an die veränderte Situation anzupassen und zu gewöhnen.

Freizeitgestaltung: "Da kommt Freude auf"

Sonnenlicht vertragen Sie besser?

Sonnenlicht ist in Ordnung, zumal ich jetzt endlich normale Sonnenbrillen tragen kann, nicht mehr diese unansehnlichen Fassungen mit den extrem winzigen Gläsern, auf die ich früher angewiesen war. 70, 80 Prozent der bei den Optikern angebotenen normalen Fassungen kamen für mich nicht in Frage, jetzt habe ich die ganze Auswahl. Da kommt wirklich Freude auf.

Auch bei der Freizeitgestaltung, nehme ich an.

Ich freue mich schon auf den nächsten Winter, wenn beim Skilaufen nicht mehr ständig die Brille beschlägt. Und nächsten Jahr geht’s in die Karibik, zum Tauchen und Schnorcheln nach Yucatan. Da war ich schon zum meinem 50. Geburtstag und sehr davon angetan, was es über dem Wasser alles zu sehen gibt. Jetzt kann ich endlich mal schauen, was unter Wasser los ist (lacht).

Ein Wort zur Ärztin?

Es war ein Geschenk des Himmels, an diese Augenärztin geraten zu sein. Die Herzlichkeit, die Akribie: Bei solchen Eingriffen geht es nicht nur um Technik, sondern auch um den operierenden Menschen. Bei ihr und ihrem Team hatte ich immer das Gefühl: Die nehmen das nicht nur als Beruf, sondern als Berufung.

 

 

Brillenlos durchs Leben?

Sie denken darüber nach, sich Kunstlinsen implantieren zu lassen – mit oder ohne Vorerkrankung? Sie haben sich bereits zu einem Eingriff entschlossen, brauchen aber noch eine zweite ärztliche Meinung? Vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit Kunstlinsen-Expertin Dr. Elisabeth Frieling-Reuss – persönlich und unverbindlich.

E-Mail: info@augenaerzte-am-rathaus.de

Telefon: 089 / 23 68 59 0

Sprechzeiten: Mo-Fr 8:30 – 12:00, Di und Do 14:30 – 17:00

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