Feuchte AMD: 40 Prozent weniger Arzttermine durch intelligente Praxisorganisation

Holger Reuss Allgemein, AMD, AMD & DMÖ, DMÖ, Entwicklungen / Trends, Fachartikel, Makuladegeneration, Patienten Angehörige, Patienten-Begleiter, Zweitmeinung

Im Unterschied zur trockenen Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) lässt sich die feuchte Form durch eine Spritzen-Therapie wirksam behandeln. Mit dieser Therapie lässt sich der Krankheitsverlauf in der Regel aufhalten; das Sehvermögen nimmt nicht weiter ab oder verbessert sich sogar wieder.

Krankheitsverlauf bei einer feuchten AMD

Bei der feuchten Form der AMD wachsen neue, unnormale Blutgefäße aus der Aderhaut unter und in die Netzhaut ein. Aus diesen neuen, undichten Gefäßen tritt Flüssigkeit aus, die eine Schwellung der Netzhaut verursacht. Das führt erst zu Verzerrungen beim Sehen und später zu Sehschäden, die der Patient als „graue“ oder „blinde“ Flecken wahrnimmt.

Moderne Medikamente hemmen das Wachstum dieser unnormalen Blutgefäße. Sie werden direkt in den Augapfel injiziert und machen einen Teil des Sehverlustes rückgängig. Häufig lässt sich die Sehkraft wieder stabilisieren. Je früher die Behandlung beginnt, umso mehr Sehkraft kann erhalten werden.

Bei regelmäßiger Behandlung bleibt Lebensqualität erhalten

Die Diagnose „feuchte AMD“ bedeutet also nicht, dass die Lebensqualität des Betroffenen automatisch schlechter wird - im Gegenteil, bei regelmäßiger Behandlung kann sie in vielen Fällen auf einem hohen Niveau gehalten werden.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Medikamente müssen in regelmäßigen Abständen unter örtlicher Betäubung gespritzt werden. Obwohl der Patient so gut wie nichts davon merkt, kann schon der Gedanke an eine Spritze belastend sein.

Hinzu kommt, dass sich die Behandlung über einen längeren Zeitraum hinzieht. Der Patient und seine Begleitpersonen müssen also regelmäßige Anfahrten und Aufenthalte beim Augenarzt in ihren Alltag mit einplanen.

Bessere Planbarkeit, mehr Sicherheit

Ein neues Behandlungs-Schema verbessert nun die Planbarkeit deutlich. Es funktioniert nach dem Prinzip „treat and extend“ (behandeln und ausdehnen). Ausgedehnt wird das Intervall, das zwischen zwei Injektionen liegt. Wenn die Krankheit stabil bleibt, wird der Abstand zwischen den die Behandlung in Schritten von 2 Wochen auf bis zu 12 Wochen verlängert. Das funktioniert im Einzelnen so (vgl. Grafik):

Treat & Extend Behandlungs-Schema

  • Zunächst wird der Befund gestellt. Wir führen alle notwendigen Voruntersuchungen durch, erstellen den Therapieplan und klären den Patienten über alle Chancen und Risiken auf. Wird eine feuchte AMD diagnostiziert, ist es wichtig, so schnell wie möglich mit der Behandlung zu beginnen. In unserer Praxis erfolgt das innerhalb von zwei Wochen.
  • Zunächst bekommt der Patient drei Injektionen im Abstand von je vier Wochen. Das ist die sogenannte Aufsättigungsphase. Danach sollten die Flüssigkeitseinlagerungen so weit abgebaut sein, so dass der Status einer „trockenen AMD“ erreicht ist.
  • Ist dies der Fall, wird der Abstand zur nächsten Behandlung um zwei auf sechs Wochen verlängert.
  • Sobald sich bei einer Kontrolluntersuchung aber eine Krankheitsaktivität zeigt, wird das Behandlungsintervall wieder um zwei Wochen verkürzt (z.B. von 8 auf 6 Wochen). Ist die AMD beim nächsten Kontrolltermin wieder trocken, wird das Intervall wieder verlängert.
  • Wenn der Patient nach einer Behandlungspause von drei Monaten (12 Wochen) keine weiteren Krankheitsanzeichen zeigt, ist die Behandlung beendet. Er bekommt also keine weiteren Spritzen mehr und muss lediglich zur vierteljährlichen Kontrolle erscheinen.

Vorteil dieses Behandlungsschemas: Der Patient weiß genau, was auf ihn zukommt: Spritze und Untersuchung am selben Tag. Und das zu fest vereinbarten Terminen. Das erleichtert die Planung und nimmt ihm auch ein großes Stück Unsicherheit („Bekomme ich eine Spritzer oder nicht?“).

Zahl der Behandlungstermine um 40 Prozent gesenkt

Nun sind aber rund um einen solchen Eingriff viele einzelne Untersuchungs- und Behandlungsschritte durchzuführen - teilweise von unterschiedlichen Personen an unterschiedlichen Standorten zu unterschiedlichen Terminen:

Die Medizinische Fachangestellte misst Visus (Sehstärke) und Augendruck, führt den Amsler-Test durch (Wahrnehmungs-Verzerrung auf Gitternetz), weitet die Pupillen durch Tropfen, untersucht den Augenhintergrund per OCT (Optische Kohärenztomographie), um Flüssigkeitseinlagerungen im Bereich der Makula erkennen zu können. Die Ärztin macht ggf. noch eine Augenspiegelung (Funduskopie), wertet sämtliche Befunde aus, erstellt die Indikation, führt Aufklärungsgespräche mit dem Patienten und verabreicht die Injektionen im OP.

Wir haben die internen Behandlungsabläufe und Prozesse mit viel Akribie und Detailgespür immer und immer wieder durchleuchtet, viele typische Einzeluntersuchungen und Behandlungsschritte immer wieder auf den Prüfstand genommen und nach organisatorischen Optimierungschancen analysiert. Viele Workshops (siehe Fotos) wurden zu diesem Thema durchgeführt. Auf der Suche nach Optimierungschancen. So konnten wir Untersuchungsschritte in sich komprimieren und verschiedene Untersuchungen - die sonst separat erbracht werden - zu Terminblöcken zusammenführen. Unterm Strich konnten wir somit die Zahl der Einzeltermine im ersten Jahr der Behandlung von 24-28 auf 14 bis 17 reduzieren. Das entspricht einem Rückgang von über 40 Prozent.

Suche nach Zeitoptimierungsmöglichkeiten zum Wohle des Patienten

Herausforderungen zum Wohle des Patienten und seiner Bedürfnisse

40 Prozent weniger Zeitaufwand für Augenarzt-Termine - 40 Prozent mehr Zeit für Familie und Freizeit, 40 Prozent weniger Unruhe und Stress. Das neue Behandlungsregime ist ein wichtiger Beitrag, um den Lebensalltag von AMD-Patienten und ihren Angehörigen zu erleichtern.

Immer dasselbe Personal, immer derselbe Arzt

Ein weiterer Vorteil unseres Augenärztlichen Zentrums besteht darin, dass wir einen angeschlossenen OP haben. Sie müssen für Kontrolluntersuchungen und Eingriffe nicht zwei verschiedene Standorte anlaufen, sondern finden alles an einem Ort. Wobei wir stets auf Kontinuität in der Arzt-Patienten-Beziehung setzen: „Im Unterschied zu größeren Zentren trifft der Patient bei uns immer auf dasselbe Personal und denselben Arzt“, betont Zentrums-Chefin Dr. med. Elisabeth Frieling-Reuss. „Vertrauen ist für uns Voraussetzung für einen nachhaltigen Behandlungserfolg.“


Sie wollen von einer komprimierten Behandlung profitieren?

Sie sind bereits in der AMD- bzw. DMÖ-Behandlung und möchten die Vorteile der komprimierten Behandlung kennenlernen. Oder sehen Anzeichen einer altersbedingte Makuladegeneration oder eines diabetischen Makulaödems bei sich selbst oder einem Angehörigen? Wir versuchen, schnellstmöglich einen Termin für Sie zu finden.
Rufen Sie uns an 089 / 23 68 59 0 (Mo-Fr 8:30 – 11:30, Di und Do 14:30 – 17:00), schreiben Sie uns eine E-Mail an info@augenaerzte-am-rathaus.de oder nutzen Sie unser Kontaktformular:


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